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‚Kunstwissenschaft und Medientheorie’: Der Studiengang Der Studiengang ‚Kunstwissenschaft und Medientheorie’ an der Hochschule für Gestaltung (im Folgenden verkürzend ‚Kunstwissenschaft’ genannt) ähnelt dem Fach Kunstgeschichte an den Universitäten. Es bestehen jedoch wesentliche inhaltliche und formale Unterschiede. Eine Besonderheit des Studienfachs Kunstwissenschaft gegenüber der klassischen Kunstgeschichte liegt in ihrem Schwerpunkt auf der Kunst der Moderne und Gegenwart. Aufbauend auf ein kunsthistorisches Fundament richtet sich das Hauptaugenmerk des Studiengangs auf die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts (von den frühen Anfängen der künstlerischen Moderne, über die Avantgarden bis zur Postmoderne). Das Studium vermittelt auf diesem Wege Kompetenzen und Methoden, mit denen sich auch die jüngsten Phänomene der zeitgenössischen Kunst kunstkritisch erfassen lassen. Ergänzend bilden kunstsoziologische und kunstökonomische Themen einen großen Anteil im Lehrangebot. Von der wachsenden Bedeutung der Massenmedien ausgehend können auch Phänomene jenseits von Kunst und ‚Hochkultur’ untersucht werden (wie zum Beispiel die Bildwelten der Massenmedien oder die Warenästhetik der Konsumkultur) und medientheoretische oder bildwissenschaftliche Fragen behandelt werden. Im Unterschied zu den meisten kunsthistorischen Instituten nimmt in den Kunstwissenschaften der HfG außerdem die Ideen- und Toposgeschichte der Kunsttheorie einen deutlich höheren Stellenwert ein. Das praktische Nebenfach Warum Kunstwissenschaft an einer Hochschule für Gestaltung studieren? Ein formaler Unterschied des Kunstwissenschaftsstudiengangs an der HfG zur Kunstgeschichte an der Universität besteht in der Wahl eines praktischen Nebenfachs. Denn anders als an den Universitäten ist für das HfG-Studium der Kunstwissenschaft die Wahl eines Nebenfachs aus den Bereichen Medienkunst, Kommunikationsdesign, Produktdesign oder Ausstellungsdesign/ Szenografie obligatorisch. Auf diese Weise werden die klassischen Formate kunstwissenschaftlicher Lehrveranstaltungen (Seminare, Vorlesungen, Kolloquien, Workshops) um das Projekt-Studium der praktischen Fachbereiche erweitert: Studierende aus den Kunst-, Design- und Theoriefächern arbeiten gemeinsam an praxisbezogenen Aufgaben wie beispielsweise Katalog-, Zeitschriften- oder Ausstellungsprojekten. Durch die unmittelbaren Erfahrungen in der künstlerischen, gestalterischen oder kuratorischen Praxis gewinnen die Studenten der Kunstwissenschaft neue, konkretere Zugänge zu ihrem Fach. Das theoretische Nebenfach Neben einem praktischen Nebenfach sieht das Studium der Kunstwissenschaften an der Hochschule für Gestaltung auch die Wahl eines Theorienebenfachs vor. Der Fachbereich ‚Philosophie und Ästhetik’ ist an der Hochschule durch zwei Professuren und zwei akademische Mitarbeiter vertreten. Der Schwerpunkt dieses Fachs auf zeitgenössischer Philosophie und Ästhetik stellt an deutschen Universitäten eine Besonderheit dar. Als Nebenfach bildet die Philosophie – durch ihre kunstphilosophische, medientheoretische Ausrichtung – eine ideale Ergänzung und Erweiterung zum Studium der Kunstwissenschaft (die Hochschule strebt an, Philosophie und Ästhetik in naher Zukunft auch als Hauptfach studierbar zu machen). Alternativ dazu bietet ein Kooperationsvertrag der HfG mit der Universität Karlsruhe | KIT die Möglichkeit, dort ein geisteswissenschaftliches Nebenfach zu belegen. Kooperationen Generell können die Angebote der Universität Karlsruhe, wie zum Beispiel Sprachkurse oder auch das am Zentrum für angewandte Kulturwissenschaft | ZAK angebotene Begleitstudium, jederzeit ergänzend zum Studienangebot der HfG wahrgenommen werden. Auch falls eine Vertiefung der Kenntnis vormoderner Kunstgeschichte angestrebt wird, empfiehlt es sich, die Lehrangebote unserer Partner-Universität zu nutzen. Da an der HfG strukturell nicht zwischen Lehrveranstaltungen des Grund- und Hauptstudiums unterschieden wird, legen wir unseren Studenten insbesondere nahe, in den ersten Semestern kunsthistorische Grundlagenkurse an der Universität Karlsruhe zu besuchen (z.B. kunsthistorische Propädeutika und Tutorien). Magister statt Master Ob das Studium der Kunstwissenschaft in Verbindung mit Ausstellungsdesign auf eine kuratorische Tätigkeit hin erweitert wird, ob es in Kombination mit einem Bereich der Medienkunst auf eine spezialisierte Auseinandersetzung mit Film, Fotografie oder der Kunst der Neuen Medien hinführt oder ob sich eigene gestalterische Ambitionen in der Wahl eines Design-Nebenfachs ausdrücken... Dies zu entscheiden und aus solchen interdisziplinären Bezügen ein ganz persönliches Studienprofil zu entwickeln bleibt jedem Einzelnen selbst überlassen. So erhalten die Studenten der HfG nicht nur eine breit gefächerte Ausbildung, sondern werden auch dazu angeregt, innerhalb des weit gefassten Themenfeldes eigene Forschungsschwerpunkte zu entwickeln. Diese Freiheit findet einen angemessenen Rahmen in der Studienform des Magisters, denn ein Magister-Studium erlaubt weitaus mehr Flexibilität als das modularisierte Bachelor-/ Master-System. Der in der Kunstwissenschaft der HfG erworbene ‚Magister Artium’ ist dem universitären Abschluss ‚Master of Arts’ gleichwertig und wird heute und in Zukunft international anerkannt. Der Magisterstudiengang ‚Kunstwissenschaft und Medientheorie’ umfasst eine Regelstudienzeit von 9 Semestern und ist in zwei große, etwa gleichlange Abschnitte geteilt: Grundstudium und Hauptstudium. Beide Etappen werden mit einer Prüfung abgeschlossen – der Zwischenprüfung und dem Magister. Aufbauend auf dem Magisterexamen ist die Promotion (Dr. phil.) in den Fächern ‚Kunstwissenschaft und Medientheorie’ sowie ‚Philosophie und Ästhetik’ möglich. Selbständigkeit und Eigeninitiative sind im Rahmen des Magister-Studium besonders wichtig – denn die ‚Freiheit’ des Studiengangs verlangt von den Studierenden ein hohes Maß an Eigenverantwortung. In diesem Sinne versteht sich die Hochschule für Gestaltung zugleich als eine ‚Schule der Selbständigkeit’. Bewerbung Bis zum 31. Mai jeden Jahres kann man sich für ein Studium an der Hochschule für Gestaltung bewerben. Studienbeginn ist immer das Wintersemester. Voraussetzung für die Zulassung zum Kunstwissenschaftstudium an der HfG ist die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife und das erfolgreiche Passieren eines Auswahlverfahrens. Dieses Verfahren setzt sich aus zwei Etappen zusammen: Der Abgabe eines Essays zu einem beliebigen kunstwissenschaftlichen Thema im ersten Schritt und einem persönlichen Vorstellungsgespräch im zweiten Schritt. Detaillierte Informationen zur Bewerbung sowie die notwendigen Bewerbungsunterlagen stehen auf der Hauptwebsite der HfG zum Download bereit. Dort werden außerdem der Studienberatungstermine angekündigt, die im Frühjahr von allen Fachbereichen angeboten werden. Die MitarbeiterInnen des Studentensekretariats stehen Ihnen gerne als persönliche Ansprechpartner zur Verfügung. Noch Fragen? Wenn Sie sich einen ganz konkreten Eindruck von der Lehre an der HfG verschaffen wollen, werfen Sie doch einen Blick in die Vorlesungsverzeichnisse der vergangenen Semester! Da das Studium interdisziplinär angelegt ist, brauchen Sie sich dabei nicht auf Veranstaltungen des Fachbereichs Kunstwissenschaft zu beschränken. Die Publikationen der ProfessorInnen der Kunstwissenschaft geben Ihnen ebenfalls einen Einblick, wie in diesem Institut gedacht und geforscht werden kann. Eine wertvolle Informationsquelle bieten außerdem unsere Jahresberichte, in denen Sie Rückblicke auf die Aktivitäten der einzelnen Fachbereiche, Texte unserer Professoren, Statistiken sowie Interviews mit Alumni finden. Die Hochschule für Gestaltung: Eine Reformhochschule Die 1992 von Heinrich Klotz gegründete Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe ist eine interdisziplinäre Reformhochschule. Die seit jeher renommierte Professorenschaft der Hochschule steht für eine ausgezeichnete Qualität der Lehre. Einerseits sorgt ein kleiner Stamm langfristig gebundener Professoren für die notwendige Kontinuität. Andererseits wird das Lehrangebot der Hochschule durch zahlreiche Gastprofessuren und die Einladung internationaler Künstler und Theoretiker zu Gastvorträgen und Workshops immer wieder durch neue Impulse bereichert. Dies fördert die internationale Netzwerkbildung von Lehrenden und Studenten auch über die Hochschule hinaus. Mit rund 400 Studierenden ist die HfG vergleichsweise klein. Das spricht für ausgezeichnete Studienbedingungen und eine ideale Betreuungsquote: Nur selten teilen sich mehr als 30 Studenten die Aufmerksamkeit eines Professors. Diese Nähe zwischen Lehrenden und Studierenden ermöglicht eine intensive Betreuung, fördert den persönlichen Austausch und bietet die besten Voraussetzungen für ein produktives Studium. Ebenso einmalige Voraussetzungen für eine kunsttheoretische Auseinandersetzung mit der jungen Gattung ‚Medienkunst’ sind ferner durch die enge Zusammenarbeit der Hochschule für Gestaltung mit dem namhaften Zentrum für Kunst und Medientechnologie | ZKM gegeben, die beide unter demselben Dach angesiedelt sind: Eine Kooperation, die Heinrich Klotz als gemeinsamer Gründungsdirektor von HfG und ZKM in der Konzeption der Hochschule verankert hat und von der unsere Studenten bis heute profitieren – nicht nur wenn es um die Realisierung großer gemeinsamer Studienprojekte geht, sondern auch hinsichtlich der zahlreichen internationalen Konferenzen, die jedes Jahr Größen aus Kunst, Philosophie und Technologie an das Karlsruher ZKM lockt. Dies sind einige der Gründe weshalb der Wissenschaftsrat in seinem Evaluationsbericht des Jahres 2008 der Hochschule für Gestaltung ein „ausgezeichnetes Ausbildungskonzept“ bescheinigt hat. Die Forschungsschwerpunkte der Kunstwissenschaft auf moderner und zeitgenössischer Kunst, sowie auf massenmedialen Phänomenen sind an deutschen Hochschulen eine Besonderheit. Zusammen mit der Gestaltungsfreiheit des Studiums und dem sehr guten Betreuungsverhältnis durch eine renommierte Professorenschaft bietet die Kunstwissenschaft an der HfG Karlsruhe einmalige Studienbedingungen. HINWEIS: Diese Website befindet sich gerade im Umbau und wird in Kürze ein schöneres, benutzerfreundlicheres Erscheinungsbild erhalten. Text: Studentische Redaktion des Instituts (Stand: Juni 2010) |